Erinnerungen bewahren - Das Online-Gedenkbuch

Zum fünfjährigen Jubiläum des Arbeitskreises "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" wurde im Frühjahr 2012 das Ludwigshafener Online-Gedenkbuch www.erinnerungen-bewahren.de im Internet veröffentlicht. Hier werden in einer Datenbank die Lebensdaten und -geschichten der Menschen veröffentlicht, für die es in Ludwigshafen einen Stolperstein gibt. Aber vor allem dient das Online-Gedenkbuch dazu, z. B. interessierten schulischen Gruppen Informationen zu bieten, die auch ein Anreiz zur Weiterarbeit sein sollen: Der Arbeitskreis will damit weitere biografische Recherchen fördern; neue Ergebnisse werden auf der Gedenkbuch-Website ihren Platz finden. Das Online-Gedenkbuch wurde durch die Zuwendungen von Ludwigshafener Unternehmen ermöglicht.

"Erinnerungen bewahren - Das Online-Gedenkbuch" ist ein Projekt des Arbeitskreises "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" in der Initiative lokale Agenda 21 Ludwigshafen e. V.

Die Programmierung und Gestaltung von "Erinnerungen bewahren - Das Online-Gedenkbuch" sowie die redaktionelle Betreuung werden ermöglicht durch Spenden von:

  • Stiftung der ehemaligen Stadtsparkasse Ludwigshafen
  • Kreissparkasse Rhein-Pfalz
  • BK Giulini
  • GAG
  • Stadt Ludwigshafen

Für die fachliche Unterstützung danken wir dem Stadtarchiv Ludwigshafen und Frau Ulrike Minor, die die recherchierten Biografien und Dokumente in eine einheitliche Form gebracht hat.

Die Daten und Lebenserzählungen, die diesem Online-Gedenkbuch zu Grunde liegen, wurden von verschiedenen Menschen recherchiert, die sich - teilweise seit vielen Jahren - für das Andenken an die Opfer des Dritten Reichs in Ludwigshafen engagieren.

Der Baumeister Ludwigshafens

Monographie über Markus Sternlieb erschienen

Wie kein anderer hat Markus Sternlieb das Erscheinungsbild Ludwigshafens bis in die heutige Zeit geprägt. Im Auftrag der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GAG, deren erster technischer Vorstand Sternlieb war, hat Stadtarchivar Dr. Stefan Mörz eine Monographie des lange Zeit in Vergessenheit geratenen Architekten verfasst, mit der dessen Lebenswerk gewürdigt wird.

Das Buch "Der Baumeister Ludwigshafens: Markus Sternlieb" wurde am 13. Juni in Anwesenheit des Enkels von Markus Sternlieb, Marc Heilbrunn, der Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit OB Dr. Eva Lohse würdigte auch GAG-Vorstand Ernst Merkel das Leben Sternliebs. Beide hoben hervor, dass es ein besonderes Zeichen des Vertrauens sei, dass die Familie Sternliebs weiter enge Kontakte nach Ludwigshafen halte.

Für die neue Lu blickte Dr. Stefan Mörz auf das Wirken Sternliebs: "Oberbaudirektor Markus Sternlieb ist zweifelsohne einer der wichtigsten Gestalter Ludwigshafens. Ganze Viertel der Stadt tragen heute noch seinen Stempel und gehören zum Besten, was sie architektonisch zu bieten hat.

Dabei stammte Sternlieb aus einer ganz anderen Welt. Geboren 1877 als Sohn eines wohlhabenden deutsch-jüdischen Kaufmanns im rumänischen Braila, führte ihn der Weg wie viele Juden aus den offen antisemitischen Balkanstaaten nach Westen. Er studierte in München und Darmstadt und engagierte sich in der zionistischen Bewegung. Obwohl nicht sehr religiös, war ihm seine jüdische Identität offenbar wichtig. 1905 übernahm Sternlieb die Bauaufsicht des jungen Ludwigshafen. Schon bald erhielt er prestigeträchtige Bauaufträge. Seine Werke fanden höchstes Lob – aber auch hämische Kritik durch diejenigen, die er mit seinem Talent verdrängt hatte. 1913 wurde er offiziell Leiter des Hochbauamts. Damals errichtete er das Stadthaus Nord und die Rheinschule.

Zitat: NeueLu / www.ludwigshafen.de

Markus Sternlieb ist ein Stolperstein vor dem Verwaltungsgebäude der GAG in der Wittelsbachstraße gewidmet.

Stolpersteine im Online-Stadtplan

Die Stadt Ludwigshafen hat die 145 Ludwigshafener Stolpersteine - ins Pflaster eingelassene Gedenksteine für Verfolgte und Opfer des Dritten Reichs - in den Ludwigshafener Online-Stadtplan aufgenommen. Seit Anfang März können auf der Stadtplan-Seite stadtplan.ludwigshafen.de unter dem Menüpunkt “Kultur” die 145 seit 2007 verlegten “Stolpersteine” sichtbar gemacht werden. Ein Namensverzeichnis der mit Steinen Geehrten erleichtert die Suche nach einzelnen Stolpersteinen.

Koffer gepackt und überlebt!

Von Ludwigshafen am Rhein nach Liverpool Street Station, London - Die Geschichte der Ursula Michel: Unterrichtsmaterial zur Geschichte der Kindertransporte nach England 1938/39

Im Mittelpunkt steht ein Ludwigshafener Schicksal: Ursula Michel, die 1939 als Jugendliche in einem der letzten Kindertransporte nach England geschickt wurde.
Mit dem Titel „Von Ludwigshafen nach Liverpool Street Station“ stellen wir Ihnen Lehrmaterial zu ihrem Schicksal und dem Schicksal ihrer Familie vor.

2011 starb Ursula Michel, die als Jugendliche mit einem "Kindertransport" nach England entkommen konnte. Ihre Tochter Judith Rhodes unterstützt unsere Arbeit; durch ihre Zuwendung ist es uns möglich, Verfolgung und Flucht ihrer Mutter exemplarisch aufzuarbeiten und als Lehrmaterial zur Verfügung zu stellen. Mittelfristig ist es unsere Absicht, Schicksale von Kindern und Jugendlichen im Dritten Reich darzustellen und es so heutigen Jugendlichen zu ermöglichen, die Realität des Naziterrors nachzuvollziehen.

Das von Monika Kleinschnitger konzipierte, von Marita Hoffmann gestaltete und im Llux-Verlag publizierte Lehrmaterial unter dem Titel „Koffer gepackt und überlebt - Von Ludwigshafen nach Liverpool Street Station“ zum Schicksal von Ursula Michel kann kostenfrei beim Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" resp. der Initiative lokale Agenda 21 Ludwigshafen angefordert werden. 

Einen Einblick in das Material in Form einer pdf-Datei erhalten Sie hier (18 MB!).

Mehr über die Präsentationsveranstaltung erfahren Sie hier!